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Burg Beutelsbach (Burgruine Kappelberg)

Gemeinde Weinstadt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg

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Information aus Burgen des Deutschen Mittelalters [1]

Begonnen wurde die Burg 1252 und bereits 1312 zerstört. Die Überreste lassen Aussagen über die Form des Grundrisses nicht mehr zu.

Grundriss in: Kunstdenkmäler von Württemberg, Rems-Murr-Kreis, S. 1312

Grundriss

[1] Friedrich-Wilhelm Krahe - Burgen des Deutschen Mittelalters. Grundriß-Lexikon. Seite 102.

Informationen von einer Tafel an der Ruine

Die baulichen Reste

Von der Ruine war seit dem 19. Jahrhundert, als man dort Weinberge anlegte, nichts mehr zu sehen. Erst bei der Rebflurbereinigung 1968/69 traten wieder Mauerreste zutage, die durch Dr. Gerhard Wein archäologisch untersucht wurden. Dabei konnte er erste Baumaßnahmen ins 11. Jahrhundert datieren. Ein bei der Grabung gefundener Inschriftenstein deutet auf einen Neubau um 1252 unter Graf Ulrich von Württemberg hin. Das erhaltene Mauergeviert könnte der Keller des Wohnturms gewesen sein. Nach der Grabung wurden die Ruinenreste teilweise aufgemauert und mit neuen Portalen versehen.

Die landesgeschichtliche Bedeutung der Ruine

Die Anfänge der Burg reichen in die Zeit zurück, in der Beutels-bach als die vielzitierte „Wiege Württembergs“ fungierte. Um 1083 benannte sich ein Konrad von Beutelsbach nach der neu errichteten Burg Wirtemberg über dem Neckar um, und aus den Herren von Beutelsbach wurden Herren von Wirtemberg. Es ist sehrwahrscheinlich, dass diese Herren von Beutelsbach auch die Bauherren des 11. Jahrhunderts waren und dass die Beutelsbacher Anlage noch vor der später namengebenden Burg Wirtemberg gebaut wurde. Damit wäre dies die erste „Stammburg“ der Württemberger, als sie sich noch nach Beutelsbach benannten.

Ob und inwieweit die Burg bereits im Reichskrieg 1312 zerstört wurde, ist umstritten. Jedenfalls wurde die Burg in der Folgezeit aufgegeben und verfiel - mit Ausnahme der Kapelle. So war die Burg eine Ruine, als sie 1514 zum zweiten Mal eine zentrale Rolle für die württembergische Landesgeschichte spielte: Beim Aufstand des „Armen Konrad“ war sie gleich zweifacher Schauplatz des Geschehens: In der Nacht zum 4. Mai läutete der Gaispeter aus Beutelsbach in der Burgkapelle Sturm, um zu einem Protestmarsch nach Schorndorf aufzurufen. Und von 23. bis 31. Juli befand sich auf dem Kappelberg ein großes Feldlager der Aufständischen mit rund 1000 Mann als landesweit letztes Zentrum des Widerstands. 1538 wurden Steine der Burg für den Bau der Festung Schorndorf verwendet. Die völlige Schleifung erfolgte schließlich um 1800.

Bildergalerie

Geo-Koordinaten

Burg Beutelsbach (Burgruine Kappelberg)

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