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Burg Hohnstein
Gemeinde Hohnstein, Elbsandsteingebirge, Sachsen..

Hohnstein nach 1630, Ausschnitt aus einer Federzeichnung von Dillich.
Historiendaten von einer Tafel bei der Burg
- Im 12.Jahrhundert wurde die Burg wahrscheinlich als hölzerne Burganlage von böhmischen Adligen erbaut.
- Am 10.11.1333 erfolgt die erste Erwähnung in einem Lehnbrief des Kaisers Ludwig des Bayern.
- Am 16.11.1353 wird Hinko I. Berka von der Duba vom Kaiser Karl IV., König von Böhmen, mit Burg und Herrschaft Hohnstein belehnt.
- Am 14.03.1443 kommen Herrschaft und Burg durch Kauf und Tausch an den Kurfürsten Friedrich Il. (der Sanftmütige) von Sachsen.
- Um 1500 gelangt Hohnstein an die Familie von Schleinitz.
- Anno 1525 erfolgt ein Verkauf an Ernst von Schönburg auf Glauchau.
- 1543 findet der Rücktausch durch Herzog Moritz von Sachsen statt. Die Burg dient in der Folge als Amtsgericht, Landesgefängnis und Jagdschloss.
- Zwischen 1632 - 1639 findet eine mehrmalige erfolglose Belagerung durch die Schweden statt.
- Im Jahre 1859 wird die Burg „Königliche Landeskorrektionsanstalt“ - Anstalt für arbeitsscheue Männer und besonders hartnäckige Straffällige.
- Ab 1919 wird die Burg Jugendgefängnis und Außenstelle der Strafvollzugsanstalt Bautzen.
- Zwischen 1924 und 1933 wird Hohnstein größte und schönste Jugendherberge Deutschlands.
- In den Jahren 1933 - 1934 wird die Jugendburg durch die SA besetzt und „Schutzhaftlager“ für ca. 5600 politische Gefangene.
- Zwischen 1935 - 1939 fungiert die Burg als Reichs-Jugendherberge, ländliches Berufsschullager und Wehrertüchtigungslager.
- Von 1939 - 1941 ist sie Kriegsgefangenenlager „Oflag IV A“ für polnische Offiziere
- Zwischen 1941 und 1945 war sie Kriegsgefangenen-Stammlager IV A für Soldaten aus 12 verschiedenen Nationen.
- In den Jahren 1945 - 1948 wurde sie als Unterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße sowie dem Sudetenland genutzt.
- Ab 1949 wird die Burg wieder Jugendherberge und Mahn- und Gedenkstätte.
- Seit 1997 wird due Jugendburg ein Naturfreundehaus.

Stadtansicht

Stadt und Burg Hohnstein - Aquarell von Irmgard Uhlig (1911 - 2011), Entstehungsjahr unbekannt
Von einer Hinweistafelzum Turmverlies
Dieser Kerker wurde im Mittelalter „aus das ergste geschatzt und es kann kein Gefangener dorinnen, wenig Lufts wegen wohl lange dauern” (leben).
Die Eingangstür war zugemauert. Die Gefangenen wurden entweder mit einem Seil durch die Öffnung im Gewölbe heruntergelassen, oder herabgeworfen. Meist waren es arme Bauern o.a., die sich gegen den Adel auflehnten, oder solche, die sich und die Familie zu ernähren auf Jagd gingen und als „Wilderer” gebrandmarkt wurden. Der Raum über dem Kerker war die „Gerichtsstube”. Das obere Stockwerk dieses „Bergfriedes” (Hauptturm der Burg) war als Wach-und Verteidigungsturm ausgebaut.
Oft mussten die Gefangenen hier den Hungertod Sterben ‚wie es in einem Brief des Kurfürsten an den Hohnsteiner Amtmann vom 19.10.1570 wegen der hier eingekerkten Wilderer Fabian und Gregor Zschirnstein aus Reinhardsdorf heißt:
„Dieselben wolltest du in den arm aufn Hohnstein een lassen und ihnen anzeigen, das sie ihr Leben darin enden sollen. Du wollest einem jedem täglich nicht mehr als für einen Pfennig Brot und sonst nichts daneben reichen, aber Wasser magst du ihnen eine Notdurft geben lassen. Du wolltest auch keinen aus dem Turm heraufziehen lassen, er wende gleich vor, was er wolle, es sei denn, das er das hochwürdige Sakrament des Altars begehre. Sobald er es empfangen, wirst du ihn wie zuvor verwahrt halten wissen.”
Erneuter Besuch: 08.2020 (Mit Emil)