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Rechberg (Hohenrechberg)

Rechberg, Gemeinde Schwäbisch Gmünd, Kreis Aalen, Baden-Württemberg

Wappen

Information aus Burgen des Deutschen Mittelalters [1]

Die Burg wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als staufische Dienstmannenburg erbaut. Ihre Ringmauer ist mit Buckelquadern verkleidet. 1355 wird sie urkundlich erwähnt. Der Zwinger wurde im 15. Jahrhundert hinzugefügt. 1865 wurde Rechberg durch Brand zerstört, den ein Blitz verursachte. Die Herren von Rechberg waren bis ins 16. Jahrhundert Eigentümer der Burg. Die Ringmauer ist 1,6 m stark.

Grundriss in: Schmidt, Fig. 29; Burgen und Schlösser 1971-1; Schmitt, Bd. 1, S. 58

Grundriss

[1] Friedrich-Wilhelm Krahe - Burgen des Deutschen Mittelalters. Grundriss-Lexikon. Seite 491.

Informationen von einer Tafel am Fuße des Berges

Die Geschichte des Ortes Rechberg ist eng verbunden mit dem Geschlecht der Grafen von Rechberg und Roten Löwen und ihrem Stammsitz, der Burg Hohenrechberg. Die Familie wurde erstmals 1179 in einer Urkunde von Kaiser Friedrich I. Barbarossa erwähnt, 1577 in den Freiherrenstand und 1607 in den Grafenstand erhoben. In ihrem Besitz befand sich die Burg bis 1986, ehe ein Göppinger Unternehmer die Ruine kaufte und aufwändig sanierte.

Die in staufischer Zeit errichtete Burg auf dem Sporn des Rechbergs bildete lange den historischen und administrativen Mittelpunkt der bürgerlichen Gemeinde. Sowohl 1648 im Dreißigjährigen Krieg als auch 1796 zur Zeit der Französischen Revolution wurde das Bauwerk zwar besetzt, aber nie zerstört. Erst eine Naturgewalt machte die einstmals stattliche Burg zur Ruine: Am Dreikönigstag 1865 entfachte ein Blitzschlag einen Brand im Westbau; der Wind trieb das Feuer über alle Gebäude der Hauptburg.

Einblicke in die Burgarchitektur und die Geschichte der Burgherren bietet ein kleines Museum, von dessen Dachterrasse man einen herrlichen Rundblick über die Region hat.

Am Fuße des Hohenrechbergs befindet sich der Ort Rechberg. Er ist seit 1979 staatlich anerkannter Erholungsort und bereits seit dem 15. Jahrhundert Wallfahrtsort. Das Ziel der Pilger ist die barocke Wallfahrtskirche mit dem Gnadenbild „Zur schönen Maria vom Rechberg”. Der Weg hinauf zu der 707 Meter hoch gelegenen Wallfahrtskirche führt an Stationen des Kreuzweges vorbei und bietet einen herrlichen Blick in das Stammland der Staufer.

Torbau

Der Torbau war über die Holzbrücke, deren letztes Teilstück als Zugbrücke ausgebildet war, erreichbar. Das sogenannte "Nadelöhr" neben dem Haupttor diente als "Schlupfloch" für Fußgänger. Sichtbar sind am Torbau noch die Drei Kanäle für die Schwingruten der früheren Zugbrücken. Im Anschluss an den auch als "Darlass" bezeichneten Torbau, der eine Erweiterung des 15. Jahrhunderts darstellt, befand sich ehemals das äußere Burgtor.

Innerer Zwinger

Im 15. bis 16. Jahrhundert erweiterte man die Burg zur Festung. Der innere Zwinger wurde im Süden durch den reizvollen "Maschikuli-Turm" und den Torbau verstärkt. Der Maschikuli-Turm mit seinen Gußlöchern diente zum Bewurf oder Beschuss der in den äußeren Zwinger eingebrochenen Feinde. Die anschließende Zwingermauer war als "Brustwehr" ausgebildet und wohl ebenfalls mit Gußlöchern zur Abwehr der Feinde im Mauerfuß versehen. Die Ringmauer des äußeren Zwingers war mit 9 Streichwehrtürmen verstärkt.

Lichthof

Über den inneren Zwinger gelangt man durch das innere Burgtor in einen kleinen dreieckigen Hof, den sogenannten "Lichthof". An ihn schloss sich nord-westlich das ursprüngliche Herrenhaus mit Arsenal, dem darüber befindlichen Futtermagazin und dem Nonnensaal sowie der alten Kapelle im zweiten Obergeschoss an. Durch ein ehedem wohl weiteres Tor gelangt man in den inneren Burghof.

Südwand

Hinter dem doppelten romanischen Fenster und den drei höher liegenden Arkaden vermutet man die teilweise heizbare Kemenate (Aufenthaltsraum der Frauen). Hinter den daneben befindlichen Arkaden lag wohl die Küche der stauferzeitlichen Burg. Die Arkaden dienten als Rauchabzug des offenen Herdfeuers. Unter der gewölbten Decke hing der Vorrat an Rauchfleisch.

Östliches Herrenhaus

Das östliche Herrenhaus wurde in frühgotische Zeit errichtet und im 15. bis 16. Jahrhundert mit Fachwerk-Obergeschossen aufgeführt. Im ersten Obergeschoss befand sich die Wohnung des Obervogts, darüber lag der Rittersaal.

Geo-Koordinaten

Rechberg (Hohenrechberg)

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