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Burgruine Weibertreu

Gemeinde Weinsberg, Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg

Information aus Burgen des Deutschen Mittelalters [1]

Gegründet wurde die Burg als Reichslehen vielleicht schon im 11. Jahrhundert; ihr Bestand ist allerdings staufisch. 1525 wurde sie stark beschädigt. Der Batterieturm wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Vom Palas (gestrichelt) ist kein Rest mehr vorhanden. Der Bergfried hat 7,5 m Seitenlänge und 1,75 m Mauerstärke. Am 21.12.1140 musste sich die Stadt König Konrad III. ergeben. Der König erlaubte den Frauen alles mitzunehmen, was sie tragen konnten. Als die Frauen daraufhin ihre Männer aus der Stadt trugen, ließ der König dies geschehen. Auf diesem Vorgang basiert der Burgname.

Grundriss in: Kunstdenkmäler von Württemberg, Neckarkreis, S. 511

Grundriss

[1] Friedrich-Wilhelm Krahe - Burgen des Deutschen Mittelalters. Grundriss-Lexikon. Seite 647.

Informationen von Tafeln unterhalb und auf der Burg

Historie der Burg Weibertreu

Die Burg Weibertreu ist eine der ältesten Burgen im Land. 1140 war sie der zentrale Schauplatz des entscheidenden Kampfes um die deutsche Krone. Als der Stauferkönig Konrad III. im Dezember nach langer Belagerung die welfische Burgbesatzung zur Übergabe zwingen konnte, gewährte er allen Frauen freien Abzug „mit all ihrer Habe, die sie auf dem Rücken tragen könnten“. Die Frauen griffen zu einer List und trugen ihre Männer huckepack aus der Burg. In den Stürmen des Bauernkrieges 1525 wurde die Burg niedergebrannt unter Burgherr Obervogt Graf Helfenstein, ein Schwiegersohn Kaiser Maximilians, wurde zusammen mit den gefangenen Rittern von den Bauern durch die Spieße gejagt.

Die treuen Weiber von Weinsberg

Diese einzigartige Tat wurde uns mit folgenden Worten aus der Kölner Königschronik überliefert:

Der König belagerte eine Burg des Herzog Welf von Bayern namens Weinsberg und brachte sie zur Kapitulation, wobei er den Ehefrauen und den übrigen Weibern, die sich dort aufhielten, mit königlichem Edelsinn die Erlaubnis gab, dass jede forttragen dürfe, was sie auf ihren Schultern vermöchte. Diese aber, ebenso auf die Treue zu ihren Gatten wie auf die Rettung der übrigen bedacht, ließen das Hausgerät beiseite und stiegen herab, indem sie ihre Männer auf den Schultern trugen. Als Herzog Friedrich widersprach, dass man solche hingehen lasse, erklärte der König, der die Hinterlist der Weiber nicht übelnahm, es schicke sich nicht an einem Königswort zu deuteln.

Das geschah am 21. Dezember 1140

Burgdetails

Ansicht Zeichnung Anno 1514 von Hans Baldung, genannt Grien, einem Lehrling von Dürer in Nürnberg

Die östliche Ringmauer

Die östliche Ringmauer bildete schon immer den Eingangsbereich der Burg. An dieser Stelle dürfte sich auch die berühmte Weibertreu-Begebenheit zugetragen haben. Der Mauerdurchbruch für den Fußweg geht auf Justinus Kerner zurück, der diesen Eingang schaffen ließ. An der östlichen Ringmauer werden heute auch Pferde- oder Viehstände vermutet, da sich nur so der sehr hohe Salzgehalt in der Mauer erklären lässt, der heute leider die Feuchtigkeit in der Mauer deutlich erhöht und damit eine Zersetzung verursacht.

Eingangstor zur Burg um 1500

Die Burg wurde 1525 im Bauernkrieg verbrannt. Der rechte und nordwestliche Torturm wurde 1860 willkürlich abgebrochen und seine Steine beseitigt. Die restlichen Mauerteile des linken und nordöstlichen Torturmes wurden 1913 und 2001 aufgefunden.

Eingangstor

Zweites Eingangstor um 1500

Mit starkem Flankenturm und innerer Ringmauer. Es ist der Zugang vom Eingangstorbereich zur äußeren Vorburg. Gebrandschatzt wurde die Burg Ostern 1525 während des Bauernkriegs.

Zweites Eingangstor

Drittes Eingangstor um 1500

Es ist das Eingangstor zwischen der äußeren Vorburg und dem Zwinger, der Bereich zwischen der äußeren Ringmauer und der Kernburg. Über dem Tor befand sich das Torwarthäuschen. Im Bauernkrieg 1525 wurde es zerstört.

Drittes Eingangstor

Justinus Kerner

Als Justinus Kerner im Jahre 1819 als Oberamtsarzt nach Weinsberg kam, hat er die Notwendigkeit der Erhaltung der bis dahin dem Verfall preisgegebenen Burgruine erkannt - und dies noch vor allen Denkmalschutzgesetzen. Justinus Kerner kann somit zu Recht als einer der ersten Denkmalschützer im Land bezeichnet werden.

Allein zum Schutz und zur Pflege der Burgruine gründete er 1823 den Frauenverein Weinsberg und bereits 1824 wurde diesem vom Königshaus Württemberg das Eigentum an der Burgruine übertragen. Der Frauenverein war deutschlandweit der erste Frauenverein, der sich Denkmalpflege zur Aufgabe gemacht hatte. Seit dieser Zeit sind der Frauenverein und der 1905 gegründete Justinus-Kerner-Verein die Hüter und Bewahrer der Burgruine Weibertreu.

Viele Maßnahmen haben in diesen fast 200 Jahren dazu beigetragen, dass die Burgruine bis heute erhalten werden konnte. In jüngerer Zeit wurden der Dicke Turm und das Steinerne Album sowie der Bergfried restauriert.

Bildergalerie

Geo-Koordinaten

Burgruine Weibertreu

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